In den Spendenshops von UNICEF, MyGoodShop und die Seite Tree Nation kauft man ein wie in jedem Onlineshop. Nur werden dort Hilfsgüter gekauft, die im Moment gebraucht werden: eine Machete für die Gartenarbeit, ein Fußball, ein Spiralblock für den Unterricht, eine Ziege, das Monatsgehalt für eine Krankenschwester oder bei Tree Nation ein Baum für die Wüste.
Warum ist das für Pfadfinder relevant? Oft wollen Gruppen den Erlös ihrer Aktionen für eine gute Sache spenden, ohne dabei einen ganz konkreten Zweck im Kopf zu haben, den sie unterstützen wollen. Beim "Einkauf" in den Spendenshops können die Kinder mitentscheiden, was gespendet wird und sehen ganz konkret, wofür ihr Geld verwendet wird. Dabei bringen selbst Kleinstbeträge schon etwas. Den Textmarker für die Schule gibt es z.B. für 0,50 €, den Fußball und das Moskitonetz für 4 €.
Und auch für das eigene Fundraising kann man von den Spendenshops etwas lernen. Spenden macht mehr Spaß, wenn es anschaulich und konkret ist. Für das neue Zelt lassen sich also z.B. einzelne Planen, Heringe oder Spannschnüre spenden. Oder ein Mittagessen, Holz für 30 min Lagerfeuer, 10 km Fahrt… da gibt es sicher sehr viele Möglichkeiten.
Hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu den vorgestellten Seiten:
UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Tree Nation wird vom UN Environment Program unterstützt. Die Güter von MyGoodShop gehen an das Kinderhilfswerk "Unsere kleinen Brüder und Schwestern", das Waisenkinder in Lateinamerika unterstützt. Einen der Mitarbeiter, der in Honduras vor Ort die gespendeten Sachen einkauft, kenne ich persönlich.
Das ist ja praktisch, bei Spenden unter 200 € braucht man für das Finanzamt keine Spendenbescheinung. Das zumindest habe ich gerade bei beim deutschen Wikipedia e.V. gelesen:
Bei Spenden bis 200 Euro genügt es, auf dem Überweisungsträger im Feld "Verwendungszweck" das Wort "Spende" zu vermerken. Später reichen Sie dann bei Ihrem Finanzamt zusammen mit dem Zahlungsbeleg einen Beleg von Wikimedia Deutschland ein. Dieser Beleg steht Ihnen hier als PDF-Dokument zum Herunterladen zur Verfügung. Sie brauchen ihn nur auszudrucken.
Diese Sonderregelung finde ich eine interessante Information für kleine Vereine wie uns Pfadfinder, die immer wieder Kleinspenden haben. Für uns ist das Ausstellen eine Spendenbescheinigung immer mit einiger Arbeit verbunden, die wir uns so sparen könnten…
Für den Spender müsste als Beleg für die Überweisung ein Ausdruck vom Onlinebanking (mit dem dort aufgeführten TAN) ausreichen. Das werde ich aber erst nächstes Jahr genau wissen :).
Eine tolle Idee und Umsetzung von dem israelischen Entwickler Tal Ater: Er nutzt die öffentlichen Affiliate-Programme von großen Online-Shopping-Seiten um darüber Geld für "grüne" Projekte.

Bei jedem Onlinekauf: Ihr zahlt nichts, greenanysite.com (kurz gas) bekommt etwas Geld.
Alles, was ihr machen müsst ist einmalig ein Bookmarklet in eure Bookmarks ziehen und dann bei jedem Kauf bei Amazon oder sonst wo vor dem Klicken auf den "In den Warenkorb"-Button dieses Bookmarklet einmal anklicken.
Wie das alles geht, wird auf der gas-Website sehr schön erklärt!
Dokumentiert wird das ganze im gas-Blog — dort sieht man auch, dass das Projekt erst kürzlich online ging und noch nicht viel passiert ist.
Was mich überzeugt hat: Das System ist so einfach gemacht, dass es mich nicht behindert. Und dann klicke ich gerne :). Eine tolle Umsetzung einer alten Fundraising-Idee.
Mit dem Mausklick zur kritischen Masse: Neue Weltretter-Communitys im Internet gehen gegen Welthunger, Armut und Klimawandel vor. Die Netzwerke versammeln Menschen, die Gutes tun wollen – aber selbst bestimmen wollen, wo und wann dies geschieht.
Weiterlesen auf Spiegel online. Gibt einen guten Überblick über den Stand der Dinge im NGO-/Fundraising-Community-Umfeld.
[via Twitter]
Das Spendwerk hat 10 gute Fundrasing-Mythen gesammelt.