Vor einigen Jahren im Firmunterricht habe ich mal eine Kopie bekommen mit Tipps zum Verhalten in Bedrohungssituationen. Den Text fand ich so gut, dass ich aufbewart habe und als er mir zuletzt wieder in die Finger viel, habe ich ihn aus aktuellem Anlass ergoogled.

Da schon der 1. Ratschlag "Vorbereiten" deutlich macht, dass man über diese Liste sprechen sollte, damit sie "wirkt", brauche ich ja den Tipp für die Gruppenstunde gar nicht mehr auszusprechen :).

Hier ist er alls Volltextzitat (Quelle DOC) abgedruckt:

1. VORBEREITEN!
Bereite dich auf mögliche Bedrohungssituationen seelisch vor: Spiel Situationen für dich allein und im Gespräch mit anderen durch. Werde dir grundsätzlich klar darüber, zu welchem persönlichen Risiko du bereit bist. Es ist besser, sofort die Polizei zu alarmieren und Hilfe herbeizuholen, als sich nicht für oder gegen das Eingreifen entscheiden zu können und gar nichts zu tun.

2. RUHIG BLEIBEN!
Panik und Hektik vermeiden und möglichst keine hastigen Bewegungen machen, die reflexartige Reaktionen herausfordern könnten. Wenn ich "in mir ruhe", bin ich kreativer in meinen Handlungen und wirke meist auch auf andere Beteiligte beruhigend.

3. AKTIV WERDEN!
Wichtig ist, sich von der Angst nicht zähmen zu lassen. Eine Kleinigkeit zu tun ist besser, als über große Heldentaten nachzudenken. Wenn du Zeuge oder Zeugin von Gewalt bist: Zeige, dass du bereit bist, gemäß deinen Möglichkeiten einzugreifen. Ein einziger Schritt, ein kurzes Ansprechen, jede Aktion verändert die Situation und kann andere dazu anregen, ihrerseits einzugreifen.

4. VERLASSE DIE DIR ZUGEWIESENEN OPFERROLLE!
Wenn du angegriffen wirst: Flehe nicht, und verhalte dich nicht unterwürfig. Sei dir über deine Prioritäten im klaren und zeige deutlich, was du willst. Ergreif die Initiative, um die Situation in deinem Sinne zu prägen: Schreib dein eigenes Drehbuch!

5. HALTE DEN KONTAKT ZUM ANGREIFER!
Stelle Blickkontakt her und versuche, Kommunikation herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten.

6. REDEN UND ZUHÖREN!
Teile das Offensichtliche mit, sprich ruhig, laut und deutlich. Hör zu, was dein Gegner bzw. Angreifer sagt. Aus seinen Antworten kannst du deine nächsten Schritte ableiten.

7. NICHT DROHEN ODER BELEIDIGEN!
Mach keine geringschätzigen Äußerungen über den Angreifer. Versuche nicht, ihn einzuschüchtern, ihm zu drohen oder Angst zu machen. Kritisiere sein Verhalten, aber werte ihn persönlich nicht ab. (Also: nicht "Du bist schlecht", sondern "Das ist schlecht")

8. HOL DIR HILFE!
Sprich nicht eine anonyme Masse an, sondern einzelne Personen. Dies gilt sowohl für Opfer als auch für Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie sind bereit zu helfen, wenn jemand anderes den ersten Schritt macht oder sie persönlich angesprochen werden.

9. TU DAS UNERWARTETE!
Fall aus der Rolle, sei kreativ, und nutz den Überraschungseffekt zu deinem Vorteil aus.

10. VERMEIDE MÖGLICHST JEDEN KÖRPERKONTAKT!
Wenn du jemandem zu Hilfe kommst, vermeide es möglichst, den Angreifer anzufassen, es sei denn, Ihr seid in der Überzahl, so dass Ihr jemanden beruhigend festhalten könnt. Körperkontakt ist in der Regel eine Grenzüberschreitung, die zu weiterer Aggression führt. Wenn nötig, nimm lieber direkten Kontakt zum Opfer auf.

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